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LuftfeuchtigkeitLuftfeuchtigkeit ist die Bezeichnung für den Wasserdampf, der sich anteilig in der Atmosphäre befindet. In der trockenen Hitze der Wüste, im heiß-feuchten Tropenwald, in klirrender Kälte am Südpol oder im neblig-kalten Nordatlantikbereich enthält die Luft jeweils unterschiedlich viel Feuchtigkeit. Je nachdem, welche Temperatur die Luft hat und welcher Luftdruck besteht, kann sie einen höheren oder einen geringeren Anteil an Wasserdampf aufnehmen. Kalte Luft nimmt dabei weniger Wasser auf als warme Luft. Definiert wird die Höhe der Luftfeuchtigkeit im Zusammenhang mit der bestehenden Temperatur und dem aktuellen Luftdruck. Aus diesen Daten errechnet sich die theoretisch erreichbare Höchstmenge an Luftfeuchtigkeit, die mit 100 % veranschlagt wird. Wird also eine Luftfeuchtigkeit von 50 % gemessen, bedeutet dies, dass die aktuelle Atmosphäre doppelt so viel Feuchtigkeit aufnehmen könnte.
Im Alltag, in der Wohnung oder am Arbeitsplatz, sorgt Raumluft mit einer optimalen Feuchtigkeit für Wohlgefühl. Zu trockene Luft dagegen kann die Gesundheit schädigen, während zu feuchte Luft auf Dauer oft Schäden an der Bausubstanz hervorruft.

Als Messgeräte für die Luftfeuchtigkeit werden Hygrometer verwendet, die nach unterschiedlichen Prinzipien arbeiten. Die Messtechnik beruht im Allgemeinen auf Feuchtigkeitssensoren, die beispielsweise die elektrische Leitfähigkeit messen. Daraus lässt sich in komplexen Verfahren die relative Luftfeuchtigkeit bestimmen.

Optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnung und Büro

Wer sich in Räumen mit einer optimalen Luftfeuchtigkeit aufhält, fühlt sich wohl und behaglich. In Wohnräumen und in Arbeitsräumen wie beispielsweise im Büro oder in einer Praxis ist die angenehmste relative Luftfeuchtigkeit bei 40 bis 50 %. Je nach der Temperiertheit der Räume verändert sich diese Marke. So empfinden Menschen in kühlen Räumen eine höhere Luftfeuchtigkeit als angenehm, als dies in sehr warmen Bereichen der Fall ist. Die Zahlen sprechen für sich: In einem Raum mit einer Zimmertemperatur von unter 20 Grad C wird selbst eine Luftfeuchtigkeit von über 70 % noch als angenehm empfunden.

Steigt die Feuchtigkeit der Luft auf eine Höhe von mehr als 95 % oder sinkt sie auf die Marke von unter 23 %, so wird dies als unangenehm und als sehr unbehaglich empfunden. Im Winter, wenn die Außentemperaturen besonders niedrig sind, kann die Luft in beheizten Räumen sehr trocken werden, falls keine Luftbefeuchter eingesetzt werden. Für den Schlafbereich gilt, dass während der Nacht durch das Ausatmen die Feuchtigkeit der Luft im Raum ansteigt. Aus diesem Grund sollte in Schlafräumen die Luftfeuchtigkeit bei geschlossenen Fenstern etwas niedriger sein als im Wohnbereich. Sonst kann sich im Lauf der Zeit Schimmel bilden.

Zu niedrige Feuchtigkeit der Raumluft – Ursachen und Risiken

ErkältungIn gut beheizten, in geschlossenen oder auch in stark belüfteten Räumen besteht die Gefahr, dass der optimale Wert unterschritten wird. Die Folge ist eine geringere Atemleistung. Die Haut und die Schleimhäute sind ebenfalls betroffen und trocknen aus. Vor allem in der kalten Jahreszeit bzw. in der Heizperiode entsteht diese trockene Raumluft. Die kalte Außenluft enthält lediglich eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit. Durch das Erwärmen auf Zimmertemperatur sinkt dann die relative Luftfeuchtigkeit stark ab. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit birgt Gesundheitsrisiken. Zunächst ist die Atmung stark betroffen. Der Sauerstoff gelangt weitaus schlechter in die Blutbahn als bei feuchter Luft. Auch die gesunden Funktionen der Haut und der Schleimhäute sind auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, sonst droht Austrocknung. Die Gefahr, dass Hautreizungen, Rötungen oder Entzündungen entstehen, steigt. Vor allem die Schleimhäute trocknen schnell aus. Sie verfügen nur über einen geringen Schutz vor Verdunstung. Ihre hohe Feuchtigkeit ist enorm wichtig, damit sie optimal funktionieren und ihre Aufgaben im Körpersystem wahrnehmen können. Die Nasenschleimhaut beispielsweise trocknet sehr rasch aus, wenn die Raumatmosphäre zu trocken ist, dadurch entsteht häufiges Nasenbluten. Auch die Immunabwehr der Haut wird durch trockene Atemluft herabgesetzt. Das Erkältungsrisiko steigt. Die Fähigkeit der Mundschleimhaut zum Stoffaustausch sinkt.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit – ihre Ursachen und Risiken

Wenn die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu hoch ist, wird die Regulation der Körpertemperatur eingeschränkt. Diese Atmosphäre empfinden wir schnell als schwül. So ist beispielsweise in der Wüste eine große Hitze erträglich, denn der Organismus verkraftet heiße und trockene Luft leichter als schwüle Luft, wie sie etwa in tropischen Regenwäldern vorkommt. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen einer höheren Luftfeuchtigkeit und einer höheren gefühlten Temperatur. Diese Tatsache bedeutet, dass es auch in geschlossenen Räumen je nach Luftfeuchtigkeit bzw. Lufttrockenheit immer neben der objektiven Temperatur auch eine gefühlte Temperatur gibt. Dieser Fakt kann für den Heizaufwand eine Rolle spielen, denn die Zimmertemperatur kann reduziert werden, mit dem richtigen Maß an Luftfeuchtigkeit fühlt sich auch eine etwas niedrigere Temperatur behaglich an.

Wie lässt sich die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung optimieren?

Wer eine optimale Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen erreichen will, hat verschiedene Möglichkeiten. Aus gesundheitlichen Gründen darf die Raumluft nicht zu trocken sein, nach bauphysikalischen Gesichtspunkten sollte sie keinesfalls zu feucht sein. Zunächst ist es ratsam, in der Wohnung ein Hygrometer aufzustellen, damit die aktuelle Luftfeuchtigkeit gemessen werden kann. Regelmäßiges Stoßlüften ist eine Methode, um die Raumatmosphäre und die Luftfeuchtigkeit auszugleichen. Für die Entfeuchtung der Luft stehen hochleistungsfähige Luftentfeuchter zur Verfügung, um etwaiger Schimmelbildung durch zu feuchte Raumluft entgegenzuwirken.